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Das Kinderkriegen hat sich in den letzten 50
Jahren stark gewandelt. Noch vor weniger als zwei Jahrzehnten war Gebären im
Spital mit gekachelten Wänden und wenig Selbstbestimmung der Frau verbunden,
die horizontale Position auf einem Gebärbett galt als normal. Paare, die die
Geburt ihres Kindes anders gestalten wollten, stiessen oft auf Widerstand.
Heute haben Mütter und Väter vielfältige Möglichkeiten, eine frauen-, familien-
und kindgerechte Geburt zu gestalten.
Die
sechs Autorinnen von «Geburtszeiten» haben 23 Frauen aus verschiedenen sozialen
Schichten, Altersgruppen und Regionen Graubündens nach ihren Geburtserfahrungen
befragt. Die Gefühls- und Denkwelten der Frauen sowie der familiäre und
gesellschaftliche Kontext standen dabei im Vordergrund.
Die Interviewpartnerinnen erzählten ihre
persönlichen Erfahrungen von Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillen.
Schwierige Themen wie ungewollte Kinderlosigkeit und die Geburt eines toten
Kindes wurden nicht ausgeklammert.
Zu
Wort kommen sowohl eine Mutter von 10 Kindern wie auch eine junge ledige
Mutter, eine HIV-positive Mutter wie auch eine Flüchtlingsfrau. Erzählt wird
von der Geburt eines behinderten Kindes, von der schwierigen Beziehung zum
Kindsvater, von einer Drillingsgeburt oder einer traumatischen Spitalgeburt.
Ein ausführliches Nachwort stellt die individuellen Geburtserlebnisse in den
Gesamtzusammenhang der Geschlechter- und Körpergeschichte.
Das Buch wird mit zahlreichen Fotos der Interviewpartnerinnen und deren Familien bereichert. «Geburtszeiten»
richtet sich an Fachpersonen verschiedener Disziplinen wie Ärzte, Psychologinnen und Hebammen, aber auch an Mütter und Väter.
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