Klinische Eingriffe/Therapie

Zeigt ein Untersuchungsresultat eine Abweichung an, kann es eines klinischen Eingriffes bedürfen, um Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett zurück zum Normalen zu bringen. Den klinischen Eingriff nennt man auch Therapie.  So stellt beispielsweise bei einem Geburtsstillstand die Geburtsunterstützung mit Wehenmitteln oder anderen Wehenanregenden Mittel einen Eingriff dar, der auf die vaginale Untersuchung folgt. Als Folgeerscheinung muss der Herzton des Ungeborenen und die Wehentätigkeit der Gebärenden vermehrt oder kontinuierlich überwacht werden, um festzustellen, ob die Wehen nun in  einer guten Regelmässigkeit kommen und das Ungeborene und die Frau die Wehenkraft erträgt.
Ein weiteres Beispiel ist die systematische Einleitung der Geburt bei Frauen ab einem bestimmten Zeitpunkt der Schwangerschaftsdauer.

Solche Eingriffe sollten immer im Rahmen der Bedürfnisse und in Absprache mit jeder einzelnen Frau vorgenommen werden. Es sollten keine Routineeingriffe sein, was bei der beschriebenen Einleitung der Schwangerschaft jedoch oft der Fall ist.

Beispiele klinischer Interventionen (Aufzählung unvollständig):

In der Schwangerschaft:

  • häufige Ultraschallkontrollen bei vermindertem Wachstum des Ungeborenen 
  • Einstellung des Diabetes bei abnormalen Blutzuckerwerten
  • medikamentöse Bluthochdruckbehandlung
  • Eisentherapie (Substitutionstabletten) bei tiefen Hämoglobinwerten
  • Physiotherapie bei Ischiasbeschwerden


Während der Geburt:

  • Geburtseinleitung 
  • Geburtsbeschleunigung (Unterstützung) mit Wehenmitteln
  • Verabreichung von Antibiotika  bei Vaginalinfekten
  • Periduralanästhesie, wenn medizinisch begründet (PDA)
  • Schmerzmittel z.B. Spasmolytika-Opiat
  • künstliche Fruchtblasensprengung
  • Microblut-Untersuchung am kindlichen Kopf zur Festlegung des Geburtsprozederes
  • Lagerungsvorschriften (Vorgabe der Geburtsposition)
  • Dammschnitt
  • Zangen-  oder Saugglockengeburt 
  • Kaiserschnitt 
  • Frühabnabeln nach der Geburt
  • Aktive Leitung der Plazentarperiode

 

Im Wochenbett:

  • Künstliche Ernährung mit Schoppenmilch bei schlechter Gewichtszunahme des Kindes
  • Breitwickelmethode bei unreifen Hüftgelenken des Neugeborenen
  • Wehenmittelgabe bei schlechter Gebärmutterrückbildung


Fragen

Auch hier stellt sich wieder die Frage nach dem, was normal ist und was nicht respektive was Ihre Vorstellungen von Normalität und was diejenigen der Hebamme, der ÄrztInnen, des Spitals oder Geburtshauses sind. Ebenso entscheidend ist die Frage nach der Genauigkeit des Tests, aufgrund dessen die Entscheidung für den Eingriff gefällt wurde. Auch ist nach Kenntnis der Abläufe und auf der Basis Ihrer Bedürfnisse zu klären, was passiert, wenn Sie dem Eingriff zustimmen oder wenn Sie nichts tun. Die VRAN-Analyse kann in diesem Fall hilfreich sein.


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