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Fernsehgeräte auf Wochenbettstationen?

Das Wochenbett ist für Mutter und Kind ein intensiver und vielseitiger Prozess, der viel Ruhe braucht. Es ist bekannt, dass die ersten Stunden und Tage nach der Geburt entscheidenden Einfluss auf die Mutter-Kind Beziehung haben (sog. Bonding, darüber ist genügend Fachliteratur vorhanden).

Die Aufgabe der Wochenbettabteilung ist neben der medizinischen Betreuung, die Mutter bestmöglich mit Gesprächen zu unterstützen und zu stärken, und dem Neugeborenen eine liebevolle Ankunft zu ermöglichen. Gesundheitserziehung ist Aufgabe jeder Wochenbettstation.
Interviews mit Frauen, welche zwischen 1950 und 2000 geboren hatten, haben deutlich gezeigt, dass sie sich eine stressfreie, entspannte Atmosphäre wünschen. Manchen Frauen wir dieses Bedürfnis erst im Rückblick bewusst, wenn sie genau diese Qualität während der Geburt und der Wochenbettzeit vermissen mussten. Es ist darum die Aufgabe der Wochenbettabteilungen für diesen stressfreien Raum zu sorgen.

Das Fernsehen ist ein Organ der Unterhaltung, Zerstreuung (und der Information). Der kurzen begleiteten Zeit in der Wochenbettstation folgt eine lange Zeit, die alleine zu meistern ist. Je besser die Frau das Gefühl für ihr Kind in den ersten Tagen entwickeln konnte, umso leichter fällt es ihr, schwierigere Zeiten mit ihrem Kind gut zu bestehen. In diesem Bewusstsein ist es eine Chance für jede Wochenbettstation, eine Zeit der Geborgenheit und Ruhe für Mutter und Kind anzubieten.

Ruth-Nunzia Preisig,
Präsidentin FORUM GEBURT und Herausgeberin von „Geburtszeiten – Geschichten vom Kinderkriegen in Graubünden 1950 bis 2000“ Desertina Verlag, Chur 2006.

 

 

Update: 06.03.2009