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Geburtskonferenz in Budapest Ungarn 22. - 25. April 2004
Die „Alternatal Foundation“ - Stiftung für Alternative Geburt mit
Dr. Agnes Geréb, Budapest, Geburtshelferin, Gynäkologin und Psychologin war verantwortlich für die Einladung und Organisation des diesjährigen Treffens ENCA und der dazugehörenden Konferenz. Die Zielsetzung ist die Förderung der natürlichen, ungestörten Geburt (Hausgeburt oder Geburtshaus), nach den WHO-Richtlinien. Eine Petition wurde lanciert: „Gebären in Frieden, geboren werden in Frieden“. Die Homepage
www.birth.hu gibt weitere Informationen in Englisch über die Stiftung.
Agnes Geréb bietet neu eine Hebammenausbildung an, welche nicht auf Krankenpflege basiert, wie die übliche Ausbildung in Ungarn. Die Ausbildung hat die gleiche Zielsetzung wie die Stiftung. Denn es braucht mehr Fachpersonen, welche die Geburten im Geburtshaus oder zuhause begleiten.
Viele dieser Hebammen arbeiten als ersten Schritt als Geburtsbegleiterinnen (= Doulas), weil sie keine Arbeitsstellen haben, und dadurch trotzdem schon Erfahrungen sammeln können.
Ruth Nunzia Preisig hielt einen Vortrag und führte einen Workshop zum Thema "therapeutisches Malen in Schwangerschaft und nach der Geburt“ durch. Neben vielen weiteren Workshops gab es auch viele Referate.
Die Referenten an der Tagung waren unter anderen Ina May Gaskin Amerika, Michel Odent England, Elisabeth Geisel Deutschland.
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Wir möchten hier eine Zusammenfassung der Hauptaussagen dieser 2 Tage machen:
Die normale, natürliche und ungestörte Geburt ist zur Ausnahme geworden. Die moderne Geburtshilfe benutzt heute Techniken als alltägliche Formen, welche früher für pathologische Fälle eingesetzt wurden.
Zur Regel geworden ist die Risikoschwangerschaft,welche auf die Probleme die entstehen könnten, fokusiert ist. Demzufolge werden Massnahmen mit der Begründung der Sicherheit frühzeitig, zu früh angewendet.
Kettenreaktion der technischen Eingriffe.
Technische Eingriffe ergeben oft eine ganze Reaktionsreihe weiterer Handlungen oder
Massnahmen.
Der Kaiserschnitt, eine Operation für den Notfall. Wir scheinen vergessen zu haben, dass ein Kaiserschnitt eine Operation ist, und nicht eine Geburtsart oder -haltung, wie stehend oder kniend gebären.
Rückläufige Geburtenzahlen. Es wird die Frage gestellt, inwieweit die technische Geburt einen Einfluss auf die rückläufigen Geburtenzahlen hat. Die Hypothese lautet: Je technischer die Geburten, umso weniger Geburten gibt es. Natürliche Geburten fördern die Gebärfreude. (Anmerkung einer Hebamme eher die Einsicht, dass ein Kind zu bekommen / zu gebären mit Beziehungsarbeit zu tun hat und sehr erfüllend sein kann.)
Verbindung heilt und Trennung ist ein Desaster. Die Liebesfähigkeit des Menschen ist die Überlebenschance der Menschheit. Bis heute ist die Basis fast aller Gesellschaften das Dominieren der Natur. Deshalb müssen wir uns die Frage stellen, wie wir die Liebesfähigkeit / Verbindungsfähigkeit von Geburt an und schon davor fördern können?
Die physiologischen Bedürfnisse der Frau in Wehen. Für die Arbeit der Geburt braucht eine Frau eine Hormonmischung, welche aus dem primitiven Hirn kommt. Der Neokortex wird während den Wehen total ausgeschaltet. Eine Frau muss während der Geburt unbedingt ungestört bleiben. Jede Anregung des Neocortex durch 1. Sprache, 2. Licht, 3. Beobachtet im Sinne von kontrolliert fühlen und 4. Ausstossen von Adrenalin bei Angst, stört den natürlichen Geburtsverlauf.
Deshalb braucht die Frau, um die Aktivität des Neocortex zu reduzieren:
Sicherheit durch eine positive Mutterfigur (nicht durch Technik),
Eine intime Atmosphäre und möglichst keine rationalen Fragen, wenig sprechen.
Filmen während der Geburt ist problematisch, da sich die Frau beobachtet fühlt. Fotografieren ebenfalls, nur wenn Frau hundertprozentig einverstanden ist. (erhöht die Kaiserschnittrate).
Die Broschüre "What's Right For Me?"aus England ist eine sehr gute Informationsbroschüre für werdende Frauen/Eltern (Forum Geburt hat bereits für die Übersetzungsrechte angefragt.) Unter anderem wird die "BRAN Analysis" vorgestellt. Vor jedem Entscheid, soll sich die Frau fragen:
B Was für einen Nutzen (Benefits) habe ich davon? R Was für Risiken gehe ich ein? A Was für Alternativen gibt es? N Was geschieht, wenn ich Nichts mache?
Das sind vier wichtige Fragen, die sich jede Frau
stellen sollte, wenn sie vor Entscheidungen steht.
Das Tagungsfazit ist: "Frauen, warum lässt ihr euch entmündigen? Entdeckt wieder, was ihr fühlt und wollt, wenn ihr in "guter Hoffnung" seid. In "guter Hoffnung" seid ihr, nicht der Gynäkologe.
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Kurzer unvollständiger Überblick über die Geburtshilfe in Europa
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Kaiserschnitt
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Hausgeburten
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Dammschnitt
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Hebammen
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Österreich
Thema: Frauen sind nicht genügend informiert, sie meinen, die Test seien
obligatorisch, Mutterpass fördert die pränatalen Tests.
Postnatale Depression steigen.
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20.6 %
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0.9 %
abnehmend
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20 - 30 %
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1'500 auf 7.8 Mio.
Einwohner/innen
1'200 Gynäkologen
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Ungarn
Infos:
www.birth.hu
Es gibt kein Gesetz für das Ausbilden von Hebammen.
Agnes bildet Doulas und Hebammen aus.
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24.6 %
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0.7 %
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PP: 90 %
MP: 70 %
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kA
1'500 Gynäkologen auf 10.1 Mio.
Einwohner/innen
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Niederlande
Immer mehr Hebammen
wollen in Spitälern arbeiten.
Immer mehr Steisslagen werden per Kaiserschnitt entbunden
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15 %
Immer mehr Schmerzmittel werden
verlangt.
Sectiorate steigend
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30 %
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37 %
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2'100 auf 16.2 Mio.
Einwohner/innen
1'600 Gynäkologen
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England
Was ist die Definition
einer normalen Geburt?
Epiduralanästhesien. nehmen zu die alten Hebammen sterben aus.
Es gibt immer mehr "obstetric Nurses".
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22 %
Münchhausen by Proxy
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2.1 %
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13 %
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23'249 auf 49 Mio.
Einwohner/innen
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Tschechin
Sehr schwierig, Zahlen zu erhalten
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ca. 16 %
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beinahe keine
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viele
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700 auf 10 Mio.
Einwohner/innen
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Griechenland
Schwierig, zu den Daten zu kommen. Immer mehr wird die Spitalgeburt mit
Gynäkologen zum Alltag.
Höchste
Ärztedichte in
Europa!
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1998 = 33 %
1998 = 15 %
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1990 = 0.6 %
1970 = 17.2 %
1965 = 32.3 %
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Keine Angaben
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Keine Angaben
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Italien
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Im ø > 30 %
Neapel: 70 %
Bozen: 13 %
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Keine Angaben
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Keine Angaben
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Keine Angaben
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Polen
Altes System kollabiert, Kaiserschnittrate wächst, kein Geld mehr für
Geburtsvorbereitungskurse.
Geburtsrate sehr tief.
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2002 = 22.5 %
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2000 = 0.2 %
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2001 = 77 %
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21'843 auf 38.6 Mio. Einwohner/innen
5'800 Gynäkologen
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Deutschland
Hatten eine Aktion:
bitte nicht stören, im Zusammenhang mit Pränataldiagnostik.
Ziel: "was spielt sich da ab?"
"Network against selection"
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20- 25 %
In einigen Kliniken 30 %
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1.3 %
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75 % der Schwangeren werden in die Kategorie
"Risikoschwangerschaft" eingestuft.
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Schweiz
Kt. Luzern
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24.2 %
Privatklinik > 30 %
Kantonsspital Sursee 14.3 %
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1.1 %
Reine Hebammen-
geburten 3.9 %
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43 %
In Privatklinik > 50 %
Frauenklinik 28.3 %
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Internet:
www.motherfriendly.com
www.ican-online.org
(International
Cesarean
Awareness
Network,
Inc.)
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Zusammenstellung
des Rückblickes durch FORUM GEBURT SCHWEIZ: forum-geburt@gmx.ch
2004
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