FORUM GEBURT

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Jahresbericht FoGeCH 2004
ENCA-Treffen in Budapest Ungarn

 

Der Dachverband

Dem Dachverband Forum Geburt Schweiz sind seit diesem Jahr nur noch drei kantonale Mitgliedervereine angeschlossen: Luzern, Basel und Graubünden. (Bei der Vereins- gründung 1995 waren es neun Vereine.)

Die Anzahl Einzelmitglieder, welche am Thema Bewusstseinsförderung für die Geburt interessiert sind, ist am Steigen. Wir sind jedoch ein ganz kleiner Verein, ohne Finanzen und nur drei aktive Vorstandsmitglieder.

Diese regionalen Elterninitiativen wurden etwa um 1980 gegründet. Damals setzten sie sich ein für die sanfte Geburt und für die Wiedereinführung der Hausgeburt. Einiges wurde erreicht, und vieles geht wieder verloren. Die neue Generation ist nicht sensibilisiert auf das Geschehen rund um die Geburt. Die Tendenz zu Konsumieren, statt Verantwortung zu übernehmen und selbstbestimmt zu handeln, wirkt sich auch auf das Gebärverhalten der Frauen aus. Vorträge wie z.B. „Impfen“ oder „Schlafverhalten von Säuglingen und Kleinkindern“ erreichen durchaus interessierte Eltern. Aber ein Angebot wie z.B. „Wo und wie will ich gebären?“ stösst auf ganz wenig Interesse.

Wir fragen uns immer wieder, welches der Beitrag vom Forum Geburt in der Gesellschaft sein kann, mit Berücksichtigung darauf, dass wir sehr wenig finanzielle und zeitliche Kapazität haben. Wir führen unsere Homepage weiter mit speziellen Beiträgen, welche in den grossen Homepages wenig Beachtung finden.

 

Die Hebammen in der Schweiz

Laut Regula Schmid, freipraktizierender Hebamme und Beleghebamme in einem Spital, ist der Graben zwischen den Gebärenden und den Hebammen sehr gross. Viele Frauen sind für die Hebammen fast nicht erreichbar. Wie kann die Beziehung auf gute Art wieder hergestellt werden? Von der Hebamme werden immer mehr Nebenhandlungen verlangt. Dies betrifft den Arbeitsort Spital. Die emotionale Begleitung der Gebärenden wird von der medizinischen Seite wenig gewichtet. Sie fragt sich, warum der heutige Trend in der Geburtshilfe so unkritisch und selbstverständlich vorangetrieben werden kann. Als Begründung für alle Massnahmen wird die Sicherheit angegeben.

 

Geburtshilfe in der Schweiz nach der Statistik eines Schweizer Kantons

Die Gesundheitspolitik ist betreffend Statistik / Spitalpolitik kantonal geregelt. Es ist nicht in jedem Kanton möglich die Spitalstatistik öffentlich zu erhalten. Darum ist es unmöglich gesamtschweizerisch die Angaben zu erhalten. Die Statistik beinhaltet ein:

  • Zentrumsspital, mit angegliederter Neonatologieabteilung, überkantonales Zentrumsspitalfür Pathologie, Luzern
  • Kantonales Spital Sursee, Kleinstadt
  • Kantonales Spital Wolhusen, stark ländliches Einzugsgebiet
  • Einziges Privatspital in der Kantonshauptstadt mit Geburtshilfeabteilung. Belegarztsystem, Luzern

Diese Statistik ist unserer Ansicht nach in etwa repräsentativ für die Deutsch -Schweiz.

Periduralanästhesie und Wunschkaiserschnitt prägen die Diskussion um die Geburtshilfe immer mehr. Die meisten Gebärsäle verfügen über Badewanne, Gebärhocker, Bodenmatte und Gymnastik-Bälle. Für eine aktive Geburt außerhalb vom Gebärbett wird aber wenig in­vestiert. Die Wünsche der Frauen werden wahrgenommen.

 

Gesetz zur Regelung genetischer und pränataler Untersuchungen

Dieses Gesetz ist in Vorbereitung. Wir fordern: vor jeder pränatalen Diagnostik umfassende Information und Beratung von unabhängiger Seite. Keine pränatale Diagnostik in der ersten Schwangerschaftskontrolle. Keine Reihenuntersuchungen im Bereich Pränataldiagnostik. Anerkennung unabhängiger psychosozialer Beratungsstellen. Es ist der Verein Appella, der sich auf dieser politischen Ebene besonders einsetzt.

 

Doulas in der Schweiz

Ende 2003 zählte die Schweiz ca. 21 aktive Doulas. Der Kurs für das Jahr 2004 ist mit 12 Teilnehmerinnen ausgebucht. Erstmals ist eine Frau aus Frankreich dabei. Schwierig ist es, Praktikumsplätze für die Kursteilnehmerinnen zu finden. Im Jahre 2003 wurden in der Schweiz mindestens 15 Geburten von Doulas begleitet. Diese emotionale Unterstützung ergänzt die Hebammenarbeit, und ist nicht als Konkurrenz zu verstehen. Es wurden sowohl Paare wie alleinerziehende Frauen und auch sehr junge Eltern betreut. Ob Spontangeburt, geplanter Kaiserschnitt oder Kaiserschnitt nach Geburts-Komplikationen, die Frauen und Paare waren dankbar, von diesem Angebot Gebrauch machen zu können. Die Ausbildungs­leitung nimmt zur Zeit eine Standortbestimmung betreffs Ausbildung und Angebot und Nachfrage vor.

 

Für die englische Übersetzung dieses Berichtes möchten wir uns bei Doris Schmider, ehemaliges Vorstandsmitglied bedanken.

Der Bericht wurde zusammengestellt von Ruth-Nunzia Preisig, Präsidentin, mit Beiträgen von Regula Schmid Hebamme und Ursina Rawyler, Leiterin der Doulaausbildung, beide Vorstandsmitglieder Forum Geburt Schweiz.

 

Beilage:Statistik

April 2004

 

 

 

 

 

Update: 17.06.2005