FORUM GEBURT

Home

 

Vereine

Themen

Bücherlisten

Sitemap

Links

Kontakt

Jahresbericht Schweiz 2003

Für das ENCA-Treffen in Göttingen DE

Der Dachverband FORUM GEBURT stellt in diesem Jahr die Statistik des Kantons Luzern vor, der sowohl ländliche wie städtische Gebiete einschliesst. Wir stufen ihn als repräsentativ für die Deutschschweiz ein. Es ist nicht in jedem Kanton möglich die Spitalstatistik öffentlich zu erhalten

Bei den Spitälern der Statistik handelt es sich um:

  • Ein Zentrumsspital mit angegliederter Neonatologieabteilung. Für die pathologischen Fälle ist es weit über die Kantonsgrenzen das Zentrumsspital
  • Ein Privatspital ebenfalls in der Kantonshauptstadt mit Belegarztsystem
  • Ein Regionalspital in einer Kleinstadt
  • Ein Regionalspital mit stark ländlichem Einzugsgebiet

Sowie:

  • Ein Geburtshaus
  • Freipraktizierende Hebammen

 

2001 sind gesamtschweizerisch 73'509 Kinder geboren worden. Die Statisitk des Kantons Luzern erfasst 3552 Geburten = 4,83 % aller Geburten in der Schweiz.

Das Thema Periduralanästhesie und Wunschkaiserschnitt prägen die Diskussion um die Geburtshilfe. Die Häufigkeit dieser technischen Geburtshilfe ist je nach Spital sehr unterschiedlich hoch. Die meisten Gebärsäle verfügen über Badewanne Ge­bärhocker, Bodenmatte und Gymnastikball, die eine aktive Geburt ausserhalb vom Bett ermöglichen. Die Wünsche der Frau werden wahrgenommen. Auf Wunsch der Gebärenden ist Episiotomie kein Routine-Eingriff mehr. Die Motivation der Frauen, die Geburt als tiefe sich positiv auswirkende Erfahrung und auch als etwas Natürli­ches anzugehen wird kleiner seit Geburtsschmerz und Prozess mit unnötiger Selbst­kasteiung und Gefährlichkeit in Verbindung gebracht wird. Da diese Einstellung auf so offene Ohren fällt, muss sie dem Zeitgeist entsprechen. Mit der Möglichkeit zu wählen, ist die Schwangerschaft nicht mehr verbunden mit ich werde gebären müssen.

Gesamtschweizerisch ist auf allen Gebieten das Sparen als Hauptthema angesagt. Dies wirkt sich stark auf die Spitalpolitik aus.

Die Möglichkeit, dass weitere Geburtsabteilungen in Regionalspitälern geschlossen werden, ist in der Schweiz nicht ausgeschlossen, was äusserst bedauerlich wäre. Denn das hat für die Frauen viele negative Konsequenzen. Die Wahl des Geburtsortes wird Distanz bedingt noch mehr eingeschränkt. Ein Beispiel aus einem Regionalspital in den Bergen: Auch am Jahresbericht wird gespart. Vor einigen Jahren gab es ausführliche Berichte über die Philosophie der Gebärabteilung, welche dann kürzer wurden und heute ganz fehlen. Die Abteilung erscheint nur noch in der Statistik mit insgesamt 13 Zahlen.

Laut Unterlagen der LLL gibt es in der Schweiz 44 Spitäler und ein Geburtshaus, welche die Unicef-Anerkennung für stillfreundliche Spitäler haben. In diesen 45 Geburtsstätten kommen über 30'000 Kinder im Jahr zur Welt.

Das Engagement der Eltern in der Schweiz ist im Moment nicht auf unsere Gebärkultur und ihre Verbesserung gerichtet. Anstelle dessen ist das Interesse an medizinischen Massnahmen sehr gross.

Nach der letztjährigen Veranstaltung zum Thema Atem und Geburt, gibt es dieses Jahr ein zweitägiges Seminar mit Fréderick Leboyer, beides organisiert von AtemtherapeutInnen. Auch der internationale Kongress in Holland im Jahr 2002 hat für Berufsleute im therapeutischen Bereich Impulse gegeben. Dem FORUM GEBURT wurden gerade kürzlich drei Projekte gemeldet, welche von Einzelpersonen initiiert werden und sich noch in der Anfangsphase befinden. So hoffen wir, dass dies Zeichen sind, welche darauf hin weisen, dass die Bewegung für eine natürliche Geburt wieder am wachsen ist.

Die Hauptziele des FORUM GEBURT sind die Verbesserung unserer Homepage und die Förderung der Zusammenarbeit mit ähnlichen Gruppierungen und Institutionen. An der Generalversammlung im Februar konnten wir als Gast eine Vertreterin von appella, dem Informations- und Beratungstelefon zu Verhütung, Schwangerschaft, Kinderlosigkeit und Wechseljahren begrüssen.

Für die englische Übersetzung dieses Berichtes durch Andrea Bader Rusch, Herausgeberin von “The new stork times“ einer Zeitschrift, die seit 11 Jahren herausgegeben wird und englischsprechende Eltern über Geburt und Elternschaft in der Schweiz informiert und Kontakte zu bestehenden Ortsgruppen und Treffpunkten vermittelt, möchten wir uns bedanken.

 

Der Bericht wurde zusammengestellt von:

Regula Schmid, Hebamme und Vorstandsmitglied und Ruth-Nunzia Preisig, Präsidentin

April 2003

 

 

Update:  17.06.2005